04.05.2021
eSports

„Meinung ja - Hass nein“

Das Engagement gegen Hass im Netz stößt schon nach kurzer Zeit auf offene Ohren. Anlässlich der Woche der Meinungsfreiheit verleihen zwei eSportler ihren Bestrebungen Nachdruck.

Um der Verbreitung von Hassrede im Internet entgegenzuwirken, hat Eintracht Frankfurt am 8. April mit der Organisation Hassmelden eine Kampagne zu der Aufklärung und dem richtigen Umgang mit diesem Thema gestartet. Zu den ersten sichtbaren Maßnahmen der Zusammenarbeit zählt, dass die eSportler der Eintracht mit dem Hassmelden-Logo auf ihren Trikots sich Hetze im Netz entgegenstellen.

Dieses Engement betrifft unter anderem für das Trainingslager im Deutsche Bank Park im Rahmen der Vorbereitung auf die Sommersaison. Darüber hinaus werden die FIFA-Spieler das Emblem während den Play-offs der Virtual Bundesliga am 15. und 16. Juni präsentieren. Bereits nach wenigen Wochen ist die Aktion vielerorts auf positive Resonanz gestoßen, sowohl aus dem Eintracht- als auch dem unmittelbaren eSports-Umfeld. Allein der Kampagnenstart hat über 80.000 Menschen erreicht.

Anlässlich der von Eintracht Frankfurt unterstützten Woche der Meinungsfreiheit vom 3. bis 10. Mai möchten zwei eSportler ihren Bestrebungen nochmal Nachdruck verleihen. Jan „SevenArmy“ Fragstein aus dem League-of-Legends-Team und FIFA-Spieler Emil Köhler haben sich im Doppelinterview intensiv mit den Chancen und Grenzen der Meinungsfreiheit, dem persönlichen Umgang mit erhaltenen Hassnachrichten sowie der präventiven Rolle des Sports auseinandergesetzt.

Jan, Emil – was bedeutet für euch Meinungsfreiheit?

Jan: Für mich persönlich ist Meinungsfreiheit ein enorm wichtiges Grundrecht. Ohne dieses Menschenrecht könnte ich nicht frei und sicher leben. Das Recht garantiert mir auch einen zwischenmenschlichen Austausch auf Augenhöhe, wodurch überhaupt erst konstruktive Gespräche entstehen können. Die Meinungsfreiheit endet für mich jedoch dann, wenn dieses Recht missbraucht wird, um beleidigend zu werden.

Emil: Meinungsfreiheit bedeutet für mich, seine eigene Meinung in allen Themen äußern zu dürfen.

Wie gestaltet sich der Umgang miteinander im eSports – sowohl im Team als auch mit dem Gegner?

Jan: Im Profibereich ist der Umgang innerhalb des Teams meiner Erfahrung nach immer sehr respektvoll. Für ein gutes Arbeitsklima ist es nämlich fundamental, die Meinung der Mitspieler und Trainer zu respektieren. Jedoch wird gegnerischen Spielern und Teams oftmals nicht der nötige Respekt gezollt. Besonders in Solo Q [Ranglistenspiele in League of Legends; Anm. d. Red.] werden Grenzen überschritten und Mitspieler sowie Gegner oftmals beschimpft.

Emil: Der Umgang mit dem Team wie auch mit dem Gegner ist wie in jedem anderen Sport sehr respektvoll und sehr wichtig.

Dieser Entwicklung kann entgegengewirkt werden, indem populäre Vorbilder im Sportbereich einen respektvollen Umgang an den Tag legen.

Jan „SevenArmy“ Fragstein

Auf euren Social-Media-Kanälen werdet ihr oft mit Hassnachrichten konfrontiert – wie geht ihr damit beziehungsweise wie reagiert ihr darauf?

Jan: Anfangs haben mich die Hassnachrichten wirklich getroffen. Doch über die Jahre habe ich gelernt, diese entweder zu ignorieren oder mit Humor zu nehmen. Auf Social Media melde ich die Verfasser der Hassnachrichten in der Hoffnung, damit diese auf den Plattformen gesperrt werden.

Emil: Ich persönlich versuche, mich damit nicht viel zu beschäftigen. Wenn so etwas häufiger vorkommt, muss man aber natürlich etwas dagegen tun. Das Internet bietet vielen Leuten eine anonyme Möglichkeit, ihrer Wut freien Lauf zu lassen. Dagegen sollte man meiner Meinung nach vorgehen. Das Motto „Meinung ja - Hass nein“ passt sehr gut zu diesem Thema.

Welche Rolle kann der Sport im Kontext der Meinungsfreiheit einnehmen?

Jan: Generell habe ich das Gefühl, dass das Konzept der Meinungsfreiheit innerhalb der Gesellschaft immer häufiger missinterpretiert wird und Grenzen überschritten werden. Werte und Normen werden während der Ausübung der Meinungsfreiheit oft nicht mehr berücksichtigt. Dieser Entwicklung kann jedoch entgegengewirkt werden, indem populäre Vorbilder im Sportbereich einen respektvollen Umgang an den Tag legen und somit einen positiven Einfluss auf andere Sportler, aber auch auf die Gesellschaft im Allgemeinen, haben. Daher hat der Sport in meinen Augen einen hohen Stellenwert im Kontext der Meinungsfreiheit.

Emil: Im Team ist die Meinungsfreiheit auch ein wichtiges Thema. Jeder soll sagen, was er denkt. Nur so können wir erfolgreich sein. Wenn die Teamchemie stimmt, lässt es sich viel einfacher miteinander arbeiten. Seine Meinung und Gedanken zu äußern, ist in meiner Sicht extrem wichtig und hilft allen weiter.

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